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Jagd & Farming

Die Jagd auf Wild in Namibia

Die Jagd auf Wild in Namibia ist für viele passionierte Jäger zu recht mit der Vorstellung eines spannenden Abenteuers verbunden, wenn nicht sogar mit dem größten Abenteuer eines Jägerlebens. Es sind nicht nur das Jagderlebnis und die Trophäe, die das Jägerherz höher schlagen lassen, sondern die gesamte Reise von Beginn an. Ein großes Abenteuer und ein unvergessliches Erlebnis, das hoffentlich reichliche Geschichten am Kamin oder Lagerfeuer  anstoßen wird. Die Jagd in Namibia trägt nicht nur dazu bei Wildbestände zu erhalten, sondern er ist in Kombination mit der landwirtschaftlichen Nutzung maßgeblich dafür verantwortlich, dass Namibias dichtes Wildvorkommen unter den afrikanischen Ländern seines Gleichen sucht.

Einblick in eine Jagdsafari auf unserer Farm.

Was macht die Jagd in Namibia so besonders?

Seit den 1960er Jahren ist in Namibia die Gesetzeslage ähnlich wie der in Deutschland: Wild auf dem eigenen Land ist Eigentum des Grundeigentümer. Das fördert bei Farmern das Verantwortungsbewusstsein und Schutzbedürfnis für das auf ihrem Land lebende Wild, sodass sie es auch nachhaltig hegen. Das Farmgelände muss in Teilen Namibias großflächig abgezäunt werden, um das Wild vor äußeren Einflüssen, wie der Wilderei zum Beispiel, zu schützen. Auch tragen zusätzlich  künstliche Wasserstellen auch in schwierigen Regenjahren zum Überleben von einigen Wildarten bei. Die Jagd in Namibia hat neben dem wirtschaftlichen Aspekt, primär einen regulatorischen Hintergrund, denn in Namibia kommen große Raubtiere, wie Löwen nur noch in umzäunten Nature Reserves oder National Parks (z.B. Etosha-Park) vor.

Der Löwe wurde als größte Raubtierart aus sämtlichen von Menschen besiedelten Bereichen verdrängt, da der Nutzungskonflikt zwischen ihm und dem Menschen mit seinem Vieh groß sind. So tritt der Mensch heutzutage als Bestandsregulierer für die großen Antilopenarten ein.  Mit diesem Konzept sticht Namibia im Vergleich zu beinah allen anderen Staaten Afrikas deutlich mit seinem Wildmanagement heraus, wobei auch hier schlechte Praxis zu Populationen mit viel zu hohen Bestandsdichten oder sogar nicht heimischen Arten führen kann.

Landwirtschaft und Jagd bilden die Lebensgrundlage für viele Farmen in Namibia und der Jagdtourismus ist für viele eine wirtschaftlich kluge Einnahmequelle.

Rinder Farmen in Namibia

Der limitierende Faktor für landwirtschaftliche Nutzung des Landes in Namibias ist durchschnittliche jährliche Regenmenge und dessen Regelmäßigkeit.

Von den ca. 82 Mio ha Landesfläche werden 33 Mio. ha (± 47 %) als Fleischrinderfarmen, 10 Mio. ha (±15 %) für Klein- und Großtierhaltung (auch mit Ackerbau) und 26 Mio. ha (±38 %) für Betriebe mit Kleintierhaltung genutzt, trotz einer alljährlichen Dürregefahr. 42 % der Menschen in Namibia arbeiten in der Landwirtschaft.

Weideflächen müssen extensiv genutzt werden, um das Graswachstum nachhaltig zu ermöglichen. Im Norden Namibias braucht ein Rind (um ein Schlachtgewicht von ca. 215 – 250kg zu erreichen) 15-20 ha Weide, im Süden bis zu 35ha. Das wirkt sich folglich auf die Farmgrößen aus, die im Norden durchschnittlich 5.000-15.000 ha und im Süden bis zu 35.000 ha groß sein können. Eine grasschonende Bewirtschaftung erfordert eine niedrige Viehdichte. Daher ist eine 3-4-Felderwirtschaft auf Parzellen von 100-300 ha im Rotationsverfahren üblich. Farmen können also hunderte Rinder im Bestand haben jedoch verteilt in kleinen Herden von z.B. 20 Tieren auf einer Parzelle von 300 ha.

Es ist besonders wichtig, das die Rinder die Grasnarbe nicht zu tief abgrasen, damit die Pflanze noch Energiereserven zum Wiederaustrieb verbleiben. Andernfalls besteht die Gefahr, dass der Boden degradiert, das Land verbuscht und seine Wassertragfähigkeit verliert, wie es im Norden, beispielsweise im Kommunalland, leider schon vielerorts passiert ist.

Die Fleischrinderaufzucht, sowie Mast ist die vorherrschende landwirtschaftliche Betriebsart in der Otjozondjupa Region. Schlachtreife Rinder werden in EU-zertifizierte Schlachthöfe transportiert und werden hauptsächlich nach Südafrika und in einige europäische Länder, wie Frankreich, Vereinigtes Königreich und die Skandinavischen Länder exportiert. Dieses hochwertige Fleisch kann mit den zu niedrigen Lebensmittelpreisen in Deutschland nicht konkurrieren und ist hier nur sehr selten zu finden.

 

Jahresniederschlag in Namibia

(Quelle: Atlas of Namibia Projekt 2002)

Ackerbau ist in unserer Region nur eine kurze Zeit im Jahr möglich, zudem eine zusätzliche Bewässerung ist notwendig ist, meist durch Rund-/Kreisberegnungssysteme. Angebaut werden dann beispielsweise Luzerne (Medicago sativa L) und/oder Cowpeas (Augenbohne, Vigna unguiculata) als proteinreiches Zusatzfutter.

Das sogenannte Farm Setup unterscheidet sich von Farm zu Farm. In der Regel gibt es 2-3 Erwerbszweige und eine Mischform dieser. Die reine Fleischrinder Produktion sowie Zucht, die reine Jagdfarm, die reine Safari/ Gästefarm und die Kombinationen aus allen genannten mit unterschiedlicher Gewichtung.